[Potsdam] Graffiti ist hetero. Sprayer sind Macker und homophob. Dass dieses Vorurteil jedoch nicht der Weisheit letzter Schluss ist, bewiesen Marik und Mücke beim brandenburgweiten Wettbewerb „208 Meter Toleranz“. Die Konzeptidee des 21-jährigen Marik Roeder aus Friesack war echt lebensnah: „Ich habe mir gedacht, es wäre vielleicht schön, zwei Jungs zu zeigen, jeweils einen in einer Ecke – einer verzweifelt, und weiß nicht was er tun soll, weil er schwul und überfordert ist – in der anderen Ecke einer, der ’ne Maske trägt. Symbolisch für das Versteckspiel, weil er ungeoutet ist. Beide erheben sich langsam und zerren ihr verzweifeltes Ich mit hoch, bis sie sich in der Mitte treffen und sich in die Arme fallen.“ Seit August prangt nun das Graffiti am Bauzaun des Potsdamer Landtages. Tausende fahren täglich vorbei. Martina Wilczynski, Vorsitzende des Bündnisses Faires Brandenburg wünscht sich mehr solcher Aktionen wie „208 Meter Toleranz“: „Brandenburg ist bunt, auch in seiner Vielfalt der Lebensentwürfe. Es ist gut, wenn man das auch im öffentlichen Raum sieht.“ •at

Liebe am Bauzaun