[Berlin] Bork Melms, geboren 1978 in Stralsund, prägt seit Jahren die Partylandschaft der Hauptstadt-Community. Das Einzugsgebiet seiner Eventreihen wie der schwulen „Propaganda“ reicht jedoch weit über die Stadtgrenzen hinaus. Als Klub-Manager hat er zudem das „Goya“ am Nollendorfplatz wieder hoch gebracht. Doch auch außerhalb der Szene und im Fernsehen kommt man an ihm nicht vorbei. GEGENPOL verriet er, wie alles begann und wie es weiter geht. WWW.GAY-PARTYS-BERLIN.DE

Du bist mit 16 hergezogen und hast seitdem die Hauptstadt erobert – wie wird man Berliner Szenekönig?
Meine Eltern haben immer gern und oft gefeiert, ich fand die Partys und Veranstaltungen immer ganz toll! Viele Leute treffen, mit Freunden feiern und andere Menschen glücklich machen ist für mich eine feine Sache! Vor gut acht Jahren habe ich dann meine private Leidenschaft zu meinem Beruf gemacht und bin Event-Manager geworden. Damit fingen auch die ersten Partyveranstaltungen an. Mit den Jahren sind dann immer mehr Formate entstanden.

Als Klub-Manager hast du dem ramponierten „Goya“ wieder Leben eingehaucht … Warum hat die Location vorher so lange nicht funtioniert?
Die Location am Nollendorfplatz hat in diesem Jahr 105-jähriges Jubiläum. 100 Jahre lang lief das Haus immer sehr gut und gilt als Mutter der Party im Westen von Berlin, damals bekannt als Metropol. 2005 wurde das Haus nach einem Totalumbau für elf Millionen Euro als „Goya“ eröffnet und schloss nach gut sechs Monaten wieder die Türen. Das damalige Konzept eines Clubs für Aktionäre, also für die oberen Zehntausend, war zum falschen Zeitpunkt und sicherlich auch in Berlin am falschen Ort eröffnet worden. Nach einer Sanierungsphase wurde das Haus in den letzten Jahren langsam wieder der Öffentlichkeit rückgeführt. Mit der neuen Betreibergesellschaft zog 2010 ein kompetentes Team ins „Goya“, welches seitdem versucht, das Haus auf die Marke und auf die Wünsche der Besucher hin auszurichten, bisher mit großem Erfolg. Trotzdem ist die Phase des Aufbaus noch nicht abgeschlossen. Zum Start 2012, das darf ich schon verraten, wird es einen weiteren großen Schritt in den Markt geben.

Parallel zum Start deiner jährlichen „Gaywiesn“-Saison läuft mit der „Berlin Music Boys“ gerade deine fünfte Gayparty an, drei davon im „Goya“. Besteht da jetzt nicht Verwechslungsgefahr?
Die „Berlin Music Boys“ sind bisher nur einmalig im „Goya“ angedacht gewesen. Ob die Partyreihe auch in Zukunft im „Goya“ bleibt, ist noch völlig offen. Wie bisher soll es auch in Zukunft nur die „Propaganda“ am zweiten Samstag und die „POP – verlieb dich – PARTY“ an einem Freitag geben. BMB wird eventuell in einer neuen Location ihr Heim finden. Trotzdem wird an dem Inhalt noch weiter gearbeitet.

Wenn du nicht unter der Diskokugel stehst, dann vor der Kamera: man kennt dich auch vom „Kultur-Check“, der im regionalen TV ausgestrahlt wird … Was sind deine nächsten Ziele?
Ich mag das Fernsehen. Ob hier weitere Ziele möglich sind, hängt von den Zuschauern, den Produzenten oder Sendern ab. Mir macht der Job sehr viel Spaß und ich würde, wenn man mich lässt, auch gern weiterhin im Fernsehen arbeiten, die Ausbildung als Moderator habe ich. Was mein Event- und Partygeschäft angeht, sind schon Ziele für die kommenden Zeiten vorgemerkt. Als erstes starte ich am 01. Oktober mit einer neuen Event- & Kommunikationsagentur. Hier werden wir sicherlich viele tolle Projekte umsetzen und Kunden glücklich machen.

ZITATE VON BORK MELMS: „Die Leute müssen wissen, was sie in einem Club erwartet.“ +++ „Bei uns kann man sich an die Wand lehnen ohne schmutzig zu werden.“ +++ „Der Berliner mag es besonders, aber nicht exklusiv.“ +++ „[Mein Anspruch] an mich und mein Team: Es muss cremig sein!“ +++ „Pop und Charts funktionieren immer. Und was überhaupt nicht funktioniert, sind hohe Preise und unbekannte Locations!“

Audienz beim Partypapst