[Wiesbaden] Wer das Wort „Ehrenmord“ hört, denkt an viele Fälle der vergangenen Jahre, wo junge Türkinnen von Verwandten hingerichtet wurden. Grund ist häufig ein „zu westlicher“ Lebensstil, Homosexualität oder eine außereheliche Affäre. Doch eine Studie des Bundeskriminalamts (BKA) zeigt nun, dass in Deutschland über vierzig Prozent der Opfer von Ehrenmorden Männer sind, so Spiegel.de. Die Männer gerieten ins Visier, wenn sie selbst die Ausübung eines Ehrenmords verweigerten, die Ehre einer Frau „beschmutzten“ – z. B. weil sie deren Geliebter waren – oder weil sie schwul sind. Aus letzterem Grund starb auch der 26-jährige Ahmet im Jahr 2008, in Istanbul auf offener Straße erschossen, vermutlich durch seinen Vater. Sein Freund, ein Deutscher mit türkischen Wurzeln, floh zurück nach Deutschland, hatte Angst um sein Leben. Wie Spiegel.de berichtete, zog Ahmet den Zorn seiner Familie auf sich, weil er seine Homosexualität öffentlich machte, sein Coming Out in einer Zeitschrift beschrieb und bei einem Schönheitswettbewerb zum türkischen „Mister Bear“ gewählt wurde. •mb

Ehrenmorde an Männern