[Prag] Zwanzig Jahre nach der Samtenen Revolution konnten nun auch in Prag erstmals Lesben und Schwule öffentlich für ihre Rechte demonstrieren. Beim bunten Umzug durch die Innenstadt amüsierten sich etwa dreitausend Teilnehmer und fünftausend Besucher. Ein Großaufgebot der Polizei sicherte die friedliche Durchführung der Parade gegen Rechtsextreme, die aber weniger aggressiv auftraten als in den vergangenen Jahren in Warschau. Im Vorfeld war die Stimmung zwar durch abfällige Bemerkungen des tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus angeheizt worden. Daraufhin solidarisierten sich der deutsche und andere Botschafter mit den Anliegen der queeren Community. Spontan reisten viele Deutsche und andere Europäer an die Moldau, um die Prager zu unterstützen. Auf der großen Abschlussparty auf einer Moldauinsel konnte dann aber auf den ersten erfolgreichen CSD angestoßen und mit Live-Musik und DJs gebührend abgefeiert werden. Manch ein westlicher Besucher blickte mit Wehmut zurück, wie klein auch in unseren Städten vor vielen Jahren die schwul-lesbische Emanzipationsbewegung ins Rollen kam. •db

Prag wird warm: Die Moldau kocht