[Hannover] Am 31.8. wurde nach 26 Jahren das „Café Caldo in Hannover geschlossen. Und ist damit nur ein weiterer Trauerfall im regionalen Szenesterben der letzten Zeit – neben „Café Rainbow“ und „Café Knallgelb“ in Chemnitz, „Blue Velvet“ in Halle, „Why not“ und „Wiener Botschaft“ in Braunschweig, „Area29“, „Night Bridge“, „Bar Paradise“ und „Anus Mundi“ in Dresden, „Men’s Club“ in Jena, „Men’s Club“ und „Gummibärchen“ in Magdeburg, „New Orleans“ und „Maikys Bar“ in Leipzig, „Elements“ in Cottbus und „Toxic“ in Göttingen. Nur wenige sind neu hinzugekommen, so das „Groundwork“ in Magdeburg, die „Tucherstuben“ in Erfurt und „Andys & Bennys Bar“ in Gera. Im Fall von „EGO Lounge“ in Magdeburg und „Downtown Lounge“ in Chemnitz wiederum wurden einstige Schwulenbars durch die neuen Betreiber konzeptionell zu Lifestylebars erweitert. Denn der Trend ist eindeutig: Die Funktion von Schwulen- und Lesben-Bars als reine Rückzugsorte der Community und als Kontaktbörse hat ausgedient. Gründe sind einerseits das Internet als Dating-Plattform und der Wandel der Gesellschaft, die Queers in ihrer Mitte kaum noch ausgrenzt. •mb

Das mitteldeutsche Szenepurzeln