[BERLIN] Schock im horizontalen Tanzgewerbe: Berlins Partyinstitution „Hollywood Bitches“ wird eingestellt. Die Party zum zweijährigen Jubiläum im Dezember wird zugleich die letzte sein, Oktober und November entfallen, so die Macher auf ihrem „Facebook“-Profil. GEGENPOL traf sich mit Veranstalter Pop´o´Lectric. WWW.HOLLYWOOD-BITCHES.COM

GIBT ES NOCH HOFFNUNG ODER IST JETZT WIRKLICH SCHLUSS? UND WARUM?
Gott habe „Hollywood Bitches“ selig, aber ja – es ist wirklich Schicht im Schacht! Warum? Ich kann sagen: Wir hatten eine sehr tolle Zeit und es freut mich immer noch, dass wir es in diesen zwei Jahren durchaus zu einer kleinen Institution auf dem Berliner Partymarkt geschafft haben. Aber ich finde auch, dass der Satz „Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören“ durchaus Hand und Fuß hat. Ich möchte nicht, dass wir irgendwann zu den Berliner Partys gehören, bei den man sich nach zehn Jahren fragt – „Warum zum Teufel hören die nicht endlich auf?!“. Das ist wie mit den Rolling Stones (lacht). Darüber hinaus möchte ich mich 2012 neuen Projekten widmen und meine Liebste – Barbara Vouge – will sich wieder mehr ihrem Designstudium und ihrer thailändischen Wäscherei (die sie nebenbei bemerkt schon seit Jahren illegal nebenher führt) zuwenden.

IM MÄRZ WURDE DIE VERANSTALTUNGSREIHE SCHON EINMAL FÜR TOT ERKLÄRT …
Nun ja. Das war wohl eher ein kluger Schachtzug aus der Marketingkiste (grinst), aber die Nummer würde mir wohl eh keiner mehr abkaufen. Und ich sage ja nicht, dass ich jetzt alle Lichter ausknipse. Vielleicht gibt es ja 2041 mal eine Reunion. So mit Rollatoren und Kukident-Shots. Man weiß es nicht ...

WARUM SEID IHR SO OFT UMGEZOGEN?
Kommt es dir so oft vor? Es waren jetzt zwei Umzüge meine ich. Ach ne... das „KEN“. Total vergessen. Aber das waren unsere Anfänge – das ist ganz gut so (lacht)! Der erste (ich lasse das „KEN“ mal außen vor) Klub, also das „ZMF“, war echt toll und passte gut zu uns. Leider wurde er mit der Zeit für die Party dann zu klein. Nach langer Suche fiel unsere Wahl dann auf das „Dirty“. Leider kam es hier mehrfach zu Problemen mit dem Betreiber, da wir uns auf vieles nicht verlassen konnten. Das ist aber das A und O wenn man eine Party veranstaltet. Schade eigentlich. Wir fanden den Schuppen an sich sehr geil. Aber es blieb uns ja nüscht anderes übrig und so suchten wir wieder und fanden die, wie ich finde, bislang interessanteste Location – das „.HBC“ am Alex. Eine tolle Mischung aus dem „Kino International“ und dem „Café Moskau“. Nicht zu chic, aber auch kein Ranz-Keller.

WELCHES KONZEPT HAST DU MIT DER PARTY VERFOLGT?
Konzept? Haha ... ich muss etwas schmunzeln. So ein wirkliches Konzept wie es manche Großevents haben, haben wir gar nicht. Nennen wir es mal besser „Themenabende“. Aber um ehrlich zu sein glaube ich – genau das ist es, was die Gäste so lieben. Nie nach Plan, immer für jeden Scheiss bereit (ich erinnere nur an „Fang die Transensau“) und vor allem – nie den Veranstalter raushängen lassen, sondern mit seinen Gästen zusammen Spaßhaben und feiern. Ja, ich würde behaupten, dass war unser Konzept. Und Schnaps natürlich!

GIBT ES NACH „HOLLYWOOD BITCHES“ UND „POWERPUFFDISCO“ NEUE PLÄNE?
Aber ja. Ich erinnere mich oft und gerne an das kleine Dienstags-Projekt, welches ich Ende letzten Jahres einstampfen musste, da der Klub sich ja aufgelöst hat. Hach ja. Was waren das für kunterbunte Nächte. Sehr familiär auch. Mensch, da sollte ich mal glatt über ein Revival nachdenken (zwinkert).

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