[DRESDEN] In den letzten Jahren häuften sich Bedrohungen und Überfälle auf Schwule in Cruising-Areas. Nicht nur aus Dresden, besonders auch aus Berlin gab es immer wieder teils erschreckende Meldungen. Homohasser suchten dabei gezielt die abgeschiedenen Treffpunkte auf, um sich an wehrlosen Schwulen abzureagieren, die dort eigentlich nur lieben wollten. Doch was Gewalt allein nicht vertreiben konnte, übernahm nun die Polizei. Die Dresdner Gays trauern um ihr letztes Rückzugsgebiet. Wir trafen uns mit Mike, der anonym bleiben möchte.

VON WELCHER CRUISING-AREA REDEN WIR?
Es geht um die Vertreibung vom Gelände Freiberger-/Bauhof-/Floßhofstraße. Hier treffen sich Schwule schon viele Jahre für einen Quickie oder um sich kennen zu lernen, bzw. auch um Freundschaften zu pfl egen. Es gab ja früher viele Möglichkeiten, wo man hin gehen konnte. Aber sie sind ja alle schon längst geschlossen worden oder es ist dort von der Stadt nicht mehr gestattet, was wir auch akzeptieren. Damals waren wir noch in der Nähe zur „Domäne“ und von dort aus hat es die Gays immer rüber gezogen auf das besagte Gelände.

WIE GEHT DIE POLIZEI GEGEN EUCH VOR?
Es gab in den letzten Jahren zwar immer wieder Überfälle, Beschimpfung, Hetzjagden oder so aber seit Oktober 2010 nicht mehr. Aber jetzt geht es einen Weg zu weit, was sich die Stadt und die Polizei erlauben. Es wurden Verbotsschilder aufgestellt und das Tor auf der Bauhofstraße haben sie gleich mit einem Bauzaun und mit Dorndraht zu gemacht. Des weiteren kommt auch öfters die Polizei gleich mit zwei Fahrzeugen, wo eins hoch fährt und das zweite sich unten am Tor zum Weg hin stellt. Und dann verteilen sich die Beamten oben wie unten und die oben leuchten mit ihren Lampen in die Büsche, so dass Gays ihnen genau in die Hände laufen und ihre Ausweise zeigen müssen. Obwohl auch andere Leute vorbei laufen, die nie kontrolliert werden. Ich habe das selber schon mehrfach erlebt und das mit der Polizei haben mir auch viele andere erzählt und dies unabhängig von einander.

TERROR IM ZAUBERWALD