Weihnachten steht nun unmittelbar vor der Tür. Die Cleveren (?!) unter uns haben bereits im August alle Geschenke für ihre Lieben gekauft und teilweise liegen die Dinger auch schon seit Oktober verpackt in irgendeiner Kiste im Schrank verstaut. Das ist im Übrigen kein Witz, ich kenne wirklich Leute, die das so handhaben. Doch seien wir ehrlich, viele von uns sind bisher über den Prozess des Gedankenmachens über die Weihnachtsgeschenke nicht hinweg gekommen. Nun heißt es handeln.

Doch wem schenke ich etwas? Würde sich der- oder diejenige darüber wirklich freuen? Wo fi nde ich das? Wie umgehe ich dabei die Massen von Menschen, denen es genauso geht und die im Moment die Kaufhäuser stürmen um die Geschenke zu erwerben? Ihr seht, es gibt wieder Fragen über Fragen, die ihr nur selbst beantworten könnt, doch die sich jeder von uns stellen sollte, bevor er loszieht und seine Kreditkarte belastet.

Wie wäre eigentlich der Vorschlag, selbst etwas herzustellen? Nein, keine öden Papiersterne im Origami- Look oder ein Weihnachtsgesteck (gut ok, ein Weihnachtsgesteck wäre theoretisch eine gute Idee, aber Weihnachten ist nach dem Beschenken vorbei und dann will das Zeug kaum noch einer in der Wohnung stehen haben). Was ich aber eigentlich dachte sind solche Sachen wie selbst gebackene Plätzchen. Ja, das klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Schaut mal im Internet und lasst euch inspirieren. Im Übrigen ist es nicht notwendigerweise erforderlich ein Nudelholz zum Teigausrollen zu verwenden. Ich bin mir sicher, dass es in jedem schwulen Haushalt eine Rotweinflasche gibt. Egal ob voll oder leer, die eignen sich hervorragend zum Ausrollen von Teig. Nur bitte trinkt die Flasche nicht vor dem Ausrollen des Teiges aus. Das fertige Gebäck könnt ihr dann in einem kleinen durchsichtigen Tütchen arrangieren und fertig sind die günstigen und liebevoll von Hand gemachten Weihnachtsgeschenke, die bei der Familie auf jeden Fall richtig gut ankommen. Nun ist mir natürlich klar, dass nicht jeder von euch backen will, darum noch einige wichtige Hinweise für den Geschenkekauf.

Bitte schenkt älteren Personen, die ohnehin kaum mal aus dem Haus gehen, keine Gutscheine zum Einkaufen oder für eine Veranstaltung. Die Freude über ein solches Geschenk schlägt noch während des Weihnachtsessens um in pure Panik, und ihr müsst dann permanent Fragen dazu beantworten, wie man zu dem Laden kommt, und wie der geöffnet hat oder wann die Vorstellung los geht und wie viele andere Leute dort sein werden. Ein zweiter weiser Tipp geht an die Verpackungskünstler unter uns. Ja mir ist klar, wir sind fasst alle Meister im Dekorieren und Arrangieren, aber bitte passt auf, dass eure Verpackung nicht toller ist, als das Geschenk. Der letzt Tipp geht an die seltene Gruppe von Menschen, die gerne unglaublich große und teure Geschenke machen: Ich freue mich über alles was ihr mir schenkt :-).

Nun, die Weihnachtszeit hält für uns auch noch weitere wahnsinnig anstrengende Vergnügungen bereit, als nur die Wahl der Geschenke. Wart ihr schon zur Weihnachtsfeier eurer Firma oder Schulklasse? Ja, ich wusste, dass eure Gesichter sich jetzt zu einem gequälten Lächeln verziehen. Ist dieser eine Abend im Dezember nicht peinlich genug fürs ganze Jahr. Man tut mit allen so kumpelhaft, und am gespielt freundlichsten, sind immer die, von denen man das ganze Jahr lang nur genervt wird. Wenn die biedere Kollegin, die einem das ganze Jahr auf den Sender geht, sich nach einem Glas Rotwein so laut über den Chef auslässt, dass es jeder am Tisch hört, ist das fast so erbaulich, als wenn man sich die Theorien der Kollegen zum Thema Schwulsein anhören und kommentieren soll. Ich sehne mich in solchen Momenten nach einem kleinen Feuer im Restaurant, das den gemütlichen Abend (leider) vorzeitig beenden könnte. Vergesst in solchen Momente nie – bei Feiern im Kollegenkreis sorgen die Kollegen für den meisten Gesprächsstoff, die nicht dabei sind. Aber das ist erst die Spitze des Eisberges. Die mit Abstand schlimmsten Vergnügungen, die sich um die Weihnachtszeit abspielen, können lustige Weihnachtsfeiern bei Freunden oder Bekannten sein. Diese werden nämlich genau dann zum Alptraum, wenn Personen eingeladen sind, die man laut Aussage des Gastgebers nicht kennt. Dummerweise steht dann ein Typ in der Tür, mit dem man im Laufe des Jahres mal ein oder zwei Dates hatte, der dann irgendwie nicht so der Bringer war, und den man deshalb einfach vergessen hat zurück zu rufen. Nun, der Spruch: „Man begegnet sich immer zweimal im Leben“ scheint aus dem kleinen, überschaubaren Dresden zu kommen, in dem man ständig auf der Hut vor solchen Tretminen sein muss. Das ehemalige Date - ganz die eingeschnappte Schwuppe - fängt natürlich sofort an, dich lautstark zuzulabern, sodass spätestens nach 15 Minuten jeder Anwesende weiß, was man „schlimmes“ getan hat. Es muss wohl nicht noch gesondert erwähnt werden, dass die nette Stimmung für diesen Abend nun nur noch mit einer großen Menge Feuerzangenbowle oder Glühwein beibehalten werden kann. Doch Vorsicht, nach zuviel Alkoholgenuss könnte man wieder Sachen sagen oder tun, die einen noch tiefer in die Sch*** reinreiten.

So ihr Lieben, nun ist es soweit,
ich wünsche euch wunderschöne Weihnachten
und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Euer Robert

Weihnachtszeit, wie bist du schön?!