Schon mal von Winterdepression gehört?

Wie jedes Jahr kommt mal wieder der Winter - die Tage werden kürzer und die Nächte länger. Und wie jedes Jahr legt sich das bei vielen auf die Stimmung: Die Jungs sind nicht mehr so attraktiv, die Mädels tanzen nicht mehr so aufreizend und die Lust, seinen Hintern abends noch auf die Piste zu bewegen lässt nach. Die allgemeine Unlust schlägt bei vielen in depressive Verstimmungen um. Dieses jahreszeitlich auftretende Stimmungstief wird bei vielen ausgelöst von einem Mangel an Licht und Wärme. Heißhungerattacken auf Süßes und das sinnlose Ergehen in Weihnachtskeks- und Schokoladenorgien sind ein deutliches, wenn auch für die Figur nicht zuträgliche Anzeichen.

Dies ist auch der Grund, weswegen man bei der Winterdepression oft zunimmt (bei anderen Depressionen nimmt man eher ab). Es handelt sich hier nicht um eine neue Modeerkrankung – sie wurde unter anderem schon bei Hippokrates in der Antike beschrieben. Ausgelöst durch Lichtmangel, der den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus durcheinanderbringt, produzieren die serotoninproduzierenden Zellen im Gehirn zu wenig von diesem Glückshormon. Dieses Hormon wird tageszeitabhängig (verstärkt während der Wachphasen) in das Blut abgegeben. Wenn dieses Lichtmangelsyndrom schon im sonnigen Griechenland auftritt brauchen wir uns hier in Deutschland nicht zu wundern. Aber was würde wirkungsvoll (und fi gurverträglicher) diesem Krankheitsbild entgegen wirken? Es hilft, wenn man seinen natürlichen Zeitgeber wieder auf Vordermann bringt. Dies ist am erfolgreichsten am frühen Morgen, da zu viel Licht am Abend und in der Nacht eher den gegenläufi gen Effekt hat. Mit Erfolg werden deswegen Lichttherapie und Sport am Morgen, am besten in der Sonne (also draußen) eingesetzt. Es hilft auch, Vitamin D zuzuführen. Vitamin D ist ein Vitamin, das unter Mitwirkung der Sonneneinstrahlung natürlicherweise in der Haut gebildet wird. Es kann aber auch durch die Einnahme entsprechender Vitamintabletten zugeführt werden. Bei schwereren Fällen der depressiven Stimmung wird auf medikamentöse Therapie zurückgegriffen. Ärzte empfehlen zum Beispiel Johanneskrautpräparate oder verschreiben moderne Antidepressiva. Diese überdecken die Symptomatik, beseitigen aber nicht die Ursachen der Depression und sollten deswegen genau einer Risiko-Nutzen-Abwägung unterzogen werden, da die Nebenwirkungen – außer bei schweren Fällen - oftmals in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Also macht nach dem Aufstehen lieber alle Lampen an (wenn es noch dunkel ist), joggt morgens im Park oder geht zumindest Spazieren sobald es hell ist, genießt jeden Sonnenstrahl in der Mittagspause und sitzt abends nicht dauernd vor Gayromeo wenn ihr auf den eventuellen Traumprinzen sowieso keinen Bock habt. Auch hin und wieder mal auf die Sonnenbank zu gehen würde nicht schaden. Dies alles hätte auch noch den positiven Nebeneffekt, dass ihr euch im Frühjahr gestählter und optisch attraktiver dem allgemeinen Szenecheck entgegen treten könnt. Und wer weiß – es sollen sich auch schon Leute beim Joggen im Park begegnet und näher gekommen sein.

Guido Kuhlen,
Dipl. Biologe und Personal Trainer

www.copetra.de

Antriebslos und keine Lust mehr?