Weltweit erinnern am 1. Dezember verschiedenste Organisationen an die Krankheit AIDS und rufen dazu auf aktiv zu werden und Solidarität mit HIV-Infi zierten und an AIDS-erkrankten zu zeigen. Der Welt-Aids-Tag dient auch dazu, Verantwortliche in den Medien, Wirtschaft und Politik daran zu erinnern, dass die AIDS-Pandemie weiter besteht. Erstmalig wurde der Welt-Aids- Tag 1988 von der World Health Organisation (WHO) ausgerufen. Für die einen verbreitet die Krankheit noch Angst und Schrecken, für die anderen stellt sie sich überhaupt nicht als Problem dar. AIDS Hilfen und Aufklärungsgruppen arbeiten unermüdlich daran über die wirklichen Problematiken aufzuklären, Erkrankungen zu verhindern und das Leben mit der Krankheit zu erleichtern und zu verbessern. Und es gibt gute Nachrichten!

Die Zahl der HIVInfektionen in Deutschland ist seit 2007 rückläufig. Im Jahr 2011 werden sich bis Jahresende rund 2.700 Menschen mit HIV infiziert haben. Das hat heute das Robert-Koch-Institut in Berlin mitgeteilt. Es korrigiert damit auf Basis einer neuen Berechnungsmethode vorherige Schätzungen, nach denen die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland konstant bei etwa 3.000 lag. Dazu erklärt Manuel Izdebski, Mitglied im Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH): „Der Rückgang der Neuinfektionen ist eine höchst erfreuliche Nachricht. Die sinkenden Neuinfektionszahlen sind ein Erfolg der hervorragenden HIV-Prävention in Deutschland. Die Menschen wissen gut Bescheid, wie sich eine Infektion vermeiden lässt und schützen sich mehrheitlich konsequent.“ Die Deutsche AIDS-Hilfe hatte in den letzten Jahren die zielgruppenspezifi sche Prävention verstärkt. In der Kampagne ICH WEISS WAS ICH TU hat sie beispielsweise schwulen Männern noch mehr exakt auf ihre Welt AIDS TagBedürfnisse zugeschnittene Informationen bereitgestellt. Zudem hat die DAH in besonderem Maße darauf hingewiesen, dass ein rechtzeitiger HIVTest die Voraussetzung ist, um im Falle einer HIV-Infektion zum optimalen Zeitpunkt mit einer Therapie zu beginnen. ICH WEISS WAS ICH TU hat zu diesem Zweck zweimal so genannte Testwochen mit szenenahen Testangeboten durchgeführt. Ein weiterer Grund für die höhere Testbereitschaft: Die Prävention hat deutlich gemacht, dass man heute dank der Therapien bei allen Einschränkungen lange und gut mit HIV leben kann. Auf diese Weise haben wir ein realistisches Bild vom Leben mit HIV gezeichnet, das auch Ängste vor dem positiven HIV-Testergebnis reduziert. Infolge der höheren Testbereitschaft erfahren Menschen mit HIV heute im Schnitt früher von ihrer Infektion. Zudem werden sie früher behandelt als noch vor einigen Jahren. Das hat direkte Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen, denn die Therapien senken die Übertragungswahrscheinlichkeit von HIV erheblich. Das ist der zweite Grund für den Rückgang der Neuinfektionen: Heute wird generell früher mit der Therapie begonnen als vor einigen Jahren. 80 Prozent der rund 73.000 Menschen mit HIV in Deutschland nehmen Medikamente gegen die Virusvermehrung – so viele wie nie zuvor. Nach Schätzungen gehen allerdings bis zu 50 Prozent der Neuinfektionen auf HIV-Positive zurück, die nichts von ihrer Infektion wissen. Die Entscheidung, mit einer Therapie zu beginnen, liegt außerdem beim Einzelnen und hängt von verschiedenen medizinischen Faktoren ab. Medikamente allein können also nicht genügen, um die Zahl der Infektionen weiter zu reduzieren. Es braucht das Zusammenspiel mit differenzierter Prävention für alle Zielgruppen. Dabei spielt es eine wichtige Rolle, weiterhin ein realistisches Bild vom Leben mit HIV in Zeiten der Therapien zu zeichnen. DAH-Vorstand Manuel Izdebski: „Die alten Schreckensbilder von Aids haben ausgedient. Sie schaden Menschen mit HIV und allen, die Angst vor einer Infektion haben, und behindern auch die Prävention. Denn Angst führt dazu, dass Menschen nicht zum Test gehen und nicht offen über HIV reden. Die neue Entwicklung zeigt: Entängstigung und Prävention stehen nicht zueinander im Widerspruch, sondern gehören untrennbar zusammen.“

1. Dezember Welt-Aids-Tag „Positiv zusammenleben“