Es ist Anfang Januar, der Knopf der Lieblingshose steht kurz vor der Eruption, die T-Shirts umspannen liebevoll das kleine Wohlstandsbäuchlein, das sich unter ominösen Umständen bildete und deine Freunde kneifen dir scherzhaft in deine Röllchen. Dies ist nicht etwa ein deutsches Phänomen, zumal wir die Zweitdicksten weltweit sind - nur noch getoppt von den Vereinigten Staaten von Amerika – sondern ein sich global wiederholendes Ereignis, dass in enger Verbindung mit Christstollen, Plätzchen, Glühwein und der Weihnachtsgans steht. Es beruhigt nur mäßig, dass es biologisch bewiesen ist, dass Säugetiere in den Wintermonaten an Gewicht zulegen, weil es in einer zivilisierten Welt wie der unseren, nicht mehr notwendig ist Fettreservoirs anzulegen.

Da die Weihnachtstage und die Silvesterfeier vorbei sind und endlich wieder Normalität auf den Esstischen einkehrt, kommt in einigen von uns der Wunsch auf, den vielen kleinen Kalorien, die sich über die Feiertage in uns angesammelt haben, den Kampf anzusagen - aber bitte ohne große Anstrengungen. Ach so, und am besten ganz schnell und sofort, schließlich gibt es im Januar wieder viele Highlights in unserer Umgebung – bei denen wir alle umwerfend aussehen wollen. Als Beweis der eigenen Willensstärke und Kampfansage an den berüchtigten Schweinehund könnte man bei der Gelegenheit gleich noch mit dem Rauchen aufhören, dem Alkohol abschwören, versuchen sich gesünder zu ernähren, sich im Fitnessclub anmelden oder sich ein Fahrrad kaufen, um damit auf Arbeit oder in die Schule zu fahren. Wie gesagt, man KÖNNTE. Es ist nicht etwa nur die eigene Faulheit, die unsere Vorsätze in scheinbare Vergessenheit geraten lassen, sondern vielmehr ein kollektives Scheitern im Kampf gegen die dunklen Mächte der Natur. Dieser Kampf ist dann eine Art Gruppendynamik. Verliert einer, scheitern alle. Klingt doch viel besser als mangelndes Durchhaltevermögen, oder? Und überhaupt, alle Vorsätze waren viel zu spontan und wenig durchdacht, sodass man sich getrost Zeit nehmen kann, bis zum nächsten Silvester. Bis dahin trinkt und raucht man wieder, nutzt im Fitnessclub nur noch das Solarium und den Whirlpool und lässt das neue Fahrrad im Keller verstauben. Damit ihr dieses Jahr ein wenig Unterstützung bei der Umsetzung des einen oder anderen Vorsatzes für 2012 erhaltet, steht unser Heft diesen Monat komplett unter dem Motto „Gesundheit und Fitness“. Uns geht es allerdings weniger darum, aus euch Muskelprotze und Fitnessmiezen zu machen, sondern jedem von euch ein Paar Anregungen zu geben, euer persönliches Ziel für 2012 zu erreichen. Um euch zu Beginn der Lektüre und euren angestrebten Workouts etwas den Druck zu nehmen, denkt bei dem Verzehr eurer nächsten Schokoladentorte mit Schlagsahne einfach an das kollektive Scheitern der Gruppendynamik und an die Amerikaner.

 Eurer Robert

New Year resolution – reloaded