Sie betrat das Badezimmer der Hotelsuite und traute ihren Augen nicht. Ihre Klientin lag leblos in der Badewanne und innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde veränderte sich ihre Welt.
Das Besondere, und zugleich Tragische, nicht nur die Welt von der Friseurin eines Weltstars wird künftig um einen Stern dunkler sein, auch Menschen der verschiedensten Nationen sind geschockt über den tragischen und plötzlichen Tod von Whitney Houston. „The Voice“, nicht etwa die „...of Germany“, sondern die Stimme überhaupt wird künftig nur noch auf ihren millionenfach verkauften Tonträgern zu hören sein. Ihr Leben war geprägt durch rasante Karrieresprünge und facettenreiche Fähigkeiten, ob Sängerin, Produzentin oder gar Schauspielerin. Betrat sie die Bühne oder Leinwand verzauberte sie mit einem off enen Lächeln und einer nahezu perfekten Stimme, die fähig war über drei Oktaven ihr Stimmvolumen auszubreiten. Ehrenauftritte, Preisverleihungen oder Auftritte bei sportlichen Events als Sängerin der Nationalhymne sind die Momente, die man gern ausschließlich mit ihr verbinden möchte und sicherlich den größten Anteil an ihrer Ikonengeschichte ausmachen. Wir alle wissen jedoch, dass auch familiäre Gewalt, Drogenexzesse und peinliche Sexgeschichten zu ihr gehörten. 2009 versuchte sie ihre Fans erneut zu begeistern. Vielleicht erinnert sich der Eine oder Andere noch an ihren ersten Auftritt bei „Wetten dass...“ mit ihrer neuen Single „I look to you“. Jeder stellte fest, dass es eine andere Whitney Houston war. Die Stimme: geschädigt durch ihre Vergangenheit. Ihr Aussehen: erstaunlich gut, nachdem man nach einigen Fotos das Schlimmste erwartete. I look to you – die Inhalte ihrer neuen Songs sind sehr tiefgründig, teilweise eng verknüpft mit ihrem Glauben und tragen ihrer Hörerschaft eine hohe Verantwortung bei. An Whitney Houston wurde deutlich, wie zweischneidig das Leben einer Ikone ist. Nach ihrem Tod, ist alle Welt geschockt, traurig, erinnert sich an ihre Erfolge. Zu Zeiten ihrer letzten Auftritte hagelte es jedoch fast ausschließlich Kritik. Die Leute schienen vergessen zu haben, dass man die „alte Whitney Houston“ nicht wiederherstellen konnte, erkannten aber leider auch nicht, dass die „neue“ ebenfalls tolle Songs produzierte. Die starke Konzentration Houstons auf die Resonanz ihrer Fans und der leider erfolglose Versuch eines Anschlusses an ihre alte Karriere, sind für mich persönlich Gründe genug, mich auch vor ihrem letzten Lebensabschnitt zu verbeugen. Sie stellte sich der Kritik und ist schließlich auch auf Wunsch von uns nicht vor einem Comeback zurückgeschreckt. Und dies bedarf einer großen Anerkennung! Ich für meinen Teil schätze Whitney Houston heute mehr als je zuvor und höre auch ihre letzten Songs mit anderen Ohren, denn auch sie sind es Wert, wenngleich Houston für die meisten von uns „Mrs. I will always love you“ bleiben wird.
Whitney Housten - Wenn Ikonen verschwinden