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Gegenpol Nr. 38 - April '99

News

Die ersten Meilen sind geschwommen

Im März gründeten die Dresdner "Bogenschützen" die Sportgruppe Schwimmen. Die bisher sechs Leute treffen sich jede Woche donnerstags um 19.30 Uhr im Arnhold-Bad. Dort werden am Abend im Schwimmerbecken die Leinen gespannt und man kann in Ruhe seine Bahnen ziehen. Und wer sich so richtig geschafft hat, kann sich im Thermalbecken erholen.

Weitere Infos gibt es bei Olaf (siehe Adreßteil), Ihr könnt aber auch einfach zum Schwimmtermin direkt vorbeischauen.

Gay House im JAM

Nach sechs Monaten ist der Sponsoring-Vertrag zwischen der Clubsauna Stargayte und der JAM Dance Hall in Leipzig nun ausgelaufen und wird nicht verlängert. Beide Partner können bei durchschnittlich 400 Gästen pro Abend auf ein durchaus erfolgreiches Party-Halbjahr mit der "Stargayte Dance Night" im JAM zurückblicken. Die Location hat sich etabliert.

Auch wenn das Stargayte-Sponsoring für die Veranstaltungen im JAM nun beendet ist, werden natürlich auch weiterhin schwule Parties in dieser Location stattfinden. Der Termin bleibt unverändert, 14-tägig sonntags im Wechsel mit der EASY Schorre Halle. Der neue Name ist Programm: "Gay House" im JAM. Eingeladen werden nicht nur lokale DJ's sondern auch bekannte Szene-DJ's aus ganz Deutschland.

Panne mit den Gutscheinen

Die AIDS-Hilfe Dresden e.V. hatte bei zwei Quizveranstaltungen im Bunker und im Café Blumenau zehn Gutscheine für ein Lederwarengeschäft verteilt. Wie die AIDS-Hilfe jetzt bekanntgab, sind diese Gutscheine in diesem Geschäft nicht mehr einlösbar - und das entsprechende Unternehmen wurde auf unlauteren Wettbewerb verklagt. Leider war es den Gutscheinspendern nicht möglich, als Ersatz andere Preise zur Verfügung zu stellen. Aber jeder, der einen solchen Gutschein gewonnen hat, kann sich bei der AIDS-Hilfe melden (Tel.: 0351 - 441 61 42) und erhält dann einen kleinen Trostpreis. Die AIDS-Hilfe bedauert diese Panne und bittet nochmals um Verständnis.

Der Kreis - Le Cercle - The Circle

Im Schwulen Museum Berlin ist vom 23. April bis zum 25. Juli die Ausstellung: "Der Kreis: Mitglieder, Autoren, Künstler. Eine Auswahl aus den Jahren 1942 bis 1967" zu sehen. Die Ausstellung zeigt die Schweizer Homosexuellenorganisation "Der Kreis", die von 1942 bis 1967 in Zürich bestand und die dreisprachige Zeitschrift "Der Kreis - Le Cercle - The Circle" herausgab. Neben dem politischen Kampf für eine gesellschaftliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben in der Schweiz bot "Der Kreis" in seiner Zeitschrift ein Forum für homoerotische Kunst. Im Schwulen Museum werden nun einzelne Mitglieder porträtiert und zahlreiche Originale in der Zeitschrift erschienener Fotografien und Zeichnungen zu sehen sein.

RosaLinde Leipzig: Die Highlights im April

Alle sich zur les-bi-schwulen Zielgruppe zählenden Leipzigerinnen und Leipziger können sich an dieser Stelle ein paar Notizen im Terminkalender machen. Und wer sonnabends am Lindenauer Markt parken wollte, keine Lücke fand, um dann von irgendwo an reihenweise PKWs mit den unterschiedlichsten Kennzeichen vorbeizulaufen, wird staunen, wer alles Leipziger ist.

Auf einen besonders weiten Weg sollte man sich am 17. April einrichten. An diesem Tag gibt es das Rosa Libre Spezial mit DJ Ben aus der Adressen-Link Moritzbastei in LE. Noch mal Disco, diesmal in verbaler Form, am 23.04. Beim monatlichen Talk mit dem bezeichnenden Titel "Lokus – Themen auf den Pott gebracht" dreht sich alles um DJ–Culture. Eine Gelegenheit, einmal mehr von und über die DJs der Adressen-Link Linde zu erfahren.

"Les Reines Prochaines gehen in die Tiefe" um dort unten mit ganz neuen Rhythmen und Klängen das Wasser zum Brodeln zu bringen. Das ist geballte Frauenpower mit Intelligenz und Musikalität, zu erleben am Freitag, dem 9. April. Danach gibt's "Sisteract", die Lesbendisco in Leipzig.

Sascha Korf ist Annette Küppersbusch und am 16. in der Adressen-Link Linde. Ein sagenhaftes, zweistündiges Gagfeuerwerk, gespickt mit verrückten Ideen und schrägen Geschichten wird vom Moderator des Kölner CSD 97 und 98 präsentiert.

Neu im Programm ist auch der monatliche Kaffeeklatsch. Am 18. darf man, frau auch, gespannt sein auf die Marotten des Lebens, das Ganze bei Kaffee, Kuchen, Talk und Spielchen.

Neben dieser kurzen Ankündigung findet Ihr das vollständige Programm, die regelmäßigen Veranstaltungen und die genauen Termine wie immer im Gegenpol-Timer.

ComeOut

Schwule Coming-Out-Gruppe – Die zweite!

Warum die zweite?
Eine Coming-Out-Gruppe hat dann ihren Sinn erfüllt, wenn die Teilnehmer sie nicht mehr benötigen. So ging im Januar '99 die im Oktober '98 gegründete Gruppe quasi als "erste Staffel" nach einem Vierteljahr gemeinsamen Arbeitens und jeder Menge Spaß auseinander.

Und nun startet die zweite! Aufgrund der Nachfrage und aufgrund des positiven Verlaufes der ersten. Wenn Du Dich also fragst, wie Du den Schritt zum Coming-Out tun sollst, ob Du Deine Eltern einweihst, wo die anderen sind, die WIE DU fühlen, dann sicher Dir Deinen Platz bis 15.04.!

Platz sichern?
Klar muß man in einer Coming-Out-Gruppe an sich arbeiten und will über vieles sprechen. Das geht nur, wenn man sich kennt. So wird die Gruppe maximal aus 10 Mann bestehen.

In den etwa 10 Treffen wird es um verschiedenste Themen gehen, die mit Deinem Coming-Out zu tun haben. Lust mitzumachen? Dann hol Dir alle näheren Infos bis zum 15.04. unter DD 8022250! (natürlich alles anonym)

Ostdeutsche AIDS–Prävention

Eine positive Feststellung: Die nach der Öffnung der innerdeutschen Grenzen von vielen befürchtete rapide Zunahme von HIV–Infektionen in den neuen Ländern ist ausgeblieben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, welche sich mit spezifisch ostdeutschen Problemen der Präventionsarbeit beschäftigt. Wichtig ist daraus die Erkenntnis, daß eine schematische Übernahme von Präventionsstrategien aus der alten Bundesrepublik, die sich vorwiegend an das Publikum der kommerziellen schwulen Subkultur richtet, einen großen Teil der homosexuellen Männer in Ostdeutschland nicht erreicht. Diese bevorzugen nach wie vor "gemischte" Lokale oder stehen der kommerziellen Szene grundsätzlich ablehnend gegenüber. Andererseits ist unter Ost–Schwulen das Bedürfnis und die Bereitschaft zu Gesprächen (auch über HIV und AIDS) besonders hoch. Damit besteht die Chance, die Zahl der HIV–Neuinfektionen auch in Zukunft niedrig zu halten. Wir haben es in der Hand.

Die Studie wird im April in Buchform vorliegen.
Ansprechpartner: Dr. Rainer Herrn,
WZB, AG Public Health,
Telefon 030/25491-555, Fax –556.

Free Anyway

Ein neues Angebot gibt's ab sofort in Leipzig für alle Anyway-Fans und die, die es noch werden wollen. Der Obolus von 6 DM, der bisher als Eintrittspreis zu entrichten war, entfällt, ab sofort gilt freier Eintritt die ganze Nacht lang - auch am Wochenende! Außerdem wird das erfolgreiche Konzept der beliebten Flirt Dance Party von Mittwoch auch auf Freitag und Samstag übernommen. Neugierig? Einfach mal im Adressen-Link Anyway reinschauen.

Letzte Änderung: 21.06.2003