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Gegenpol Nr. 38 - April '99

Rosenstolz

Interview
Fortsetzung

Hat der Erfolg Euer Leben verändert?

Nein. Wir sind eigentlich ein "Familienunternehmen". Unser Fotograf arbeitet für uns von Anfang an, der kennt Peter seit 15 Jahren. Die Managerin ist seit fünf Jahren dabei, es ist immer das selbe Team und der jeweils private Freundeskreis ist komplett der selbe geblieben. Und warum soll man sein Leben an dem Erfolg ausrichten, wenn man sowieso nur wenig Zeit zum Leben hat?

Euch gibt es nun schon acht Jahre. Habt Ihr Pläne für die Zukunft?

Nicht wirklich. Erstmal werden wir die Tour machen und sehen, was mit der Platte passiert. Nächstes Jahr gibt es dann vermutlich keine Platte, vielleicht eine Tour im Herbst. So weit denken wir nicht. Wir werden weitermachen, solange wir können. Es ist ein Geschenk, daß wir so leben dürfen.

Was wärst Du geworden, wenn Du keine Musik gemacht hättest?

Das steht überhaupt nicht zur Frage. Ich wäre generell immer Sängerin geworden. Vielleicht nicht beruflich, aus Existenzgründen. Aber gesungen habe ich schon, seit ich denken kann.

Im April kommt Euer neues Album in die Läden. Wie beschreibst Du die Platte spontan in wenigen Sätzen?

Sie ist sehr ehrlich und sehr nahe. Näher als die anderen. Sie ist superschön produziert, das hat Peter gemacht. Sie ist etwas reifer, von den Texten und auch von den Themen. Das liegt wahrscheinlich daran, daß wir einfach älter werden. Es gibt ein paar Songs, die man vielleicht nicht erwartet hätte, ansonsten ist es ein typisches Rosenstolz-Album.

Über "Nirwana" freuen sich viele Fans sicher tierisch, denn das ist einer unserer ersten Songs, die wir je geschrieben haben. Der hat es bisher nie geschafft, auf eine Platte zu kommen.

"Vom Wesen der Liebe", dieses Märchending, das ist so wie zurück zu den Wurzeln.

"Schlange" ist mein Lieblingslied, das klingt ganz anders, als der Rest, ist aber trotzdem noch als Rosenstolz-Song zu erkennen.

Die anderen sind das, was man von uns erwartet. Aber das liegt nicht daran, daß wir es jetzt für unsere Fans so gemacht haben, sondern daß wir einfach immer noch wir sind. Ist ja auch ganz schön so.

Wie entsteht Eure Musik?

Meistens ist die Musik zuerst da. Peter hat dann den Song schon geschrieben und wir texten dann darauf. Manchmal ist es aber auch umgekehrt. Wie es dann musikalisch umgesetzt wird, brauchen wir uns nicht mehr zu erklären. Da kennen wir uns gut genug.

Die Ideen kommen immer aus dem Leben, aus dem, was man sieht, was man fühlt oder träumt.

Auf Euren Alben ist von Anfang an jeweils ein Song, der einen Monatsnamen als Untertitel trägt. Was steckt dahinter?

Irgendwann wird es eine Jahresplatte mit allen diesen Balladen geben.

Meistens sind es die Balladen, die uns im Moment am wichtigsten waren. Es ist aber eigentlich als Schnapsidee geboren worden. Der erste Song hieß wirklich "Januar", weil dieses Lied für mich von der Stimmung her einfach Januar war. Dann kamen wir auf die Idee, das fortzuführen. Das passierte aber erst, nachdem "Januar" schon da war.

Was erwartet uns auf Eurer Tournee?

Gute Frage, das wüßte ich auch gern. (lacht) Wir sind gerade am Vorbereiten. Wir werden die Platte natürlich nicht eins zu eins übertragen, das wäre langweilig. Es gibt ältere Lieder, es gibt andere Arrangements. Es gibt neue Kostüme, die werden ziemlich klasse, die Zeichnungen habe ich schon bekommen.

Wir fahren erstmalig mit eigener Produktion. Es wird überall das gleich Bühnenbild geben, das gleiche Licht und den gleichen Sound. Das ist streßfreier für uns und das Publikum. Früher hat jeder örtliche Roselstolz Veranstalter die Technikfirma angemietet. Jetzt fahren wir mit einer Firma, die das für alle macht. Da ist dann auch sicher, daß alles da ist, was wir angefordert haben.

Mittlerweile sind wir vierzehn Leute. Wir haben auch wieder die Musiker, die beim letzten Mal mit dabei waren. Neu dazugekommen sind Techniker und was man sonst so braucht. Ich habe jetzt zum ersten Mal eine Garderobiere. Ist aber auch nötig, damit ich nicht nachts um vier im Hotel stehe und meine Klamotten waschen muß. Das gab es bis zum letzten Jahr. Dann war keine Zeit mehr für Autogramme und manche Fans waren sauer...

Was passiert nach dem Konzert, wenn das Publikum langsam verschwindet?

Ab ins Bett! Normalerweise haben wir vor Ort eine kleine Pressekonferenz für die Tagespresse, dann gehen wir, wenn es machbar ist, raus und geben noch Autogramme und anschließend packen wir schnell unsere Sachen.

Man geht ins Bett und dann werden stundenlange Telefonate mit denen zuhause geführt. Meine Freunde wissen inzwischen, daß sie es während der Tour zu erwarten haben, daß nachts um drei oder um vier das Telefon klingelt...

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für Eure Tour!

MH/MaN

Rosenstolz live:

Natürlich kann man Zucker aus der Konserve genießen. Aber warum sollte man sich darauf beschränken, wenn man ihn auch frisch haben kann?

Im Mai und Juni gehen Rosenstolz auf Tour durch Deutschland und die Schweiz. In Sachsen werden sie mehrere Konzerte geben: am 6. Juni in Chemnitz (Kraftwerk) und am 17. Juni in Leipzig im Clara-Zetkin-Park (open air).

Schließlich gibt es noch den Auftritt am 18. Juni in Dresden. AnNa's Kommentar dazu während unseres Interviews: "Bei Euch gibt es doch dieses unglaublich geile Konzert in der 'Jungen Garde'! Die ist wirklich toll. Da freuen wir uns jetzt schon drauf..."

Wir auch. Und deshalb verlosen wir zweimal zwei Freikarten für dieses Open air. Für diejenigen, denen der Weg bis Dresden zu weit ist, haben wir noch zweimal zwei Karten für Leipzig und dreimal zwei Karten für Chemnitz parat. Wenn Ihr Karten für eines der Konzerte gewinnen wollt, dann schreibt einfach eine Postkarte an den GEGENPOL, PF 100 408 in 01074 Dresden, vermerkt darauf das Kennwort "Zucker" und notiert die Stadt, in der Ihr Rosenstolz sehen wollt.

Und wenn Ihr bei unserer Verlosung kein Glück habt - Karten gibt es natürlich auch an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder unter der Ticket-Hotline 0180 / 55700.

 

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Letzte Änderung: 21.06.2003