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Gegenpol Nr. 38 - April '99 Aus dem Land des LächelnsLes Reines Prochaines und ihr Programm
Von der Sitcom bis zur Comedyshow, alles aufgesetzt, durchgestylt. Jeder Satz eine Pointe und jede Pointe muß ein Treffer sein. Die Kleinkunstbühnen sind heute von Kameras umzingelt, so groß wie eine Showbühne. Daß die Protagonisten nur im Scheinwerferlicht zu existieren scheinen, wen stört das schon. Eine Männerdomäne ist es sowieso. Frauen sind nur am Rand geduldet, Zählkandidatinnen. Wie die so schwere leichte Kunst auch anders geht, beweisen die fünf Frauen von Les Reines Prochaines. Seit Jahren sind sie unterwegs auf kleinen Bühnen, praktizieren die Kunst des Lächelns. Glücksfall für die Zuschauer: Die Herkunft aus der Performance, aus der bildenden Kunst wird nie verleugnet. "Profidilettantinnen" nannten sie sich lange Zeit. Dilettiert wird die ganze Bandbreite multimedialer Arbeit. Genial vermischt nach dem Konzept der Willkür des Einfalls. Musik ist die mediale Basis, alles kreist um sie. Texte in den verschiedensten Sprachen, deutsch, englisch, französisch. Weiter spielen Synthesizer, Sequenzer, Bass, Schlagzeug, Akkordeon, Gitarre, Klarinette, Trompete, Saxophon und allerlei Schlagkrimskrams ihre Rollen. Die Instrumente sind nicht in fester Hand, alle Königinnen der Bühne spielen alles, aber einige Königinnen spielen einiges nicht. Doch getan wird vieles, was den Rahmen der Bühne sprengt. Bei gemeinsamen Gelagen oder jeder anderen zum Klüngeln geeigneten Gelegenheit entstandene Geschichten, so absurd wie die Orte ihres Entstehens. Minimalistisch, radikal sparsam und luxuriös einfach sind die Kompositionen. Diese Komödiantinnen lassen sich nicht in Begriffe pressen, da Les Reines ein Terrain besetzt, das es bisher nicht gegeben hat. Der Beweis: Die Vielfalt der Kostümierung, wandelbar, überzogen und doch zu begreifen, Identifikation.
Zu erleben ist Les Reines Prochaines am 9. April um 21 Uhr in der
Ralf
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