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Gegenpol Nr. 43 - September '99

Hoffnungslos romantisch
Romantische Schwulenkomödien aus den USA entstehen seit einigen Jahren fast schon am Fließband. Ob
"Jeffrey" oder "Kiss Me Guido" – mit Humor, Sex-Appeal und Happy End ist das Publikum
durchaus zu begeistern. Was Jim Falls Filmdebüt "Trick" dennoch erwähnenswert macht: diese
Komödie ist rundweg gelungen, von leichter Hand inszeniert, mit enorm viel Humor, eindringlichen Charakteren
und ganz besonders einem wirklich perfekten Drehbuch. Die Story läßt sich in zwei Sätzen zusammenfassen.
Boy meets boy. Auf der Suche, nach einem ruhigen Ort, um sich lustvoll an die Wäsche gehen zu können,
müssen die beiden eine Nacht lang durch die Stadt irren und jede Menge komische Abenteuer bestehen.
Gabriel (Christian Campbell) ist ein smarter Student und angehender Musicalkomponist, schüchtern und
noch ein wenig unerfahren. Daß ihn ausgerechnet der muskelbepackte Tabledancer Mark (John Paul Pitoc)
in der U-Bahn anbaggert, verwirrt ihn zutiefst, und er mag sein Glück kaum fassen. Aber Mark lebt noch
bei seiner Mutter und Gabriel hat versprochen, die Wohnung ausgerechnet an diesem Abend seinem Mitbewohner
für sein sexuelles Rendezvous zu überlassen...
Jason Schafers Drehbuch liefert Pointen am Fließband. Ein lockerer Szenenreigen mit theatertauglichen
Dialogen, die auf charmante Art und Weise unterhalten und sich unverkrampft mit hetero-schwulen
Befindlichkeiten, wie dem Sexalltag von One-Night-Stand-Profis auseinandersetzen. Jim Falls Filmdebüt
zwischen Kitsch und Comedy ist charmant, witzig und hoffnungslos romantisch, und das alles von der
ersten Minute an. "Trick" will nicht mehr sein als pure, wenn auch recht intelligente Unterhaltung,
und das gelingt dem Film ziemlich gut. Die Leserjury der "Siegessäule" verlieh "Trick"
den Publikumspreis bei der diesjährigen Teddyverleihung.
Axel Schock
"Trick"
USA 1999
85 min
Regie Jim Fall
Buch Jason Schafer
Mit Christian Campbell, John Paul Pitoc
Brad Beyer, Tori Spelling
Kinostart 23.9.
www.trickmovie.com
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