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Gegenpol Nr. 43 - September '99
SIEGESSÄULE und GEGENPOL präsentieren:Die Berlin-Szene-Highlights im September
SaisonabschlussSchwul-Lesbisches Herbstfest rund ums Berliner Restaurant "arc"
Das schwullesbische Café und Restaurant "arc" in den S-Bahnbögen der Stadtbahn in Charlottenburg
Bereits zum 4. Mal lockt das "arc" am letzten Septemberwochenende in unmittelbarer Nähe des Bahnhof Zoo mit vielen Attraktionen: Infostände von Homo-Projekten und -Geschäften, ein vielseitiges Essens- und Getränkeangebot (in Charlottenburg trinkt man mehr Sekt als in Kreuzberg) und vor allem ein hochkarätiges Kultur- und Unterhaltungsangebot. Die große Diva Désiree Nick wird dabei sein, Berlins Comedystars "Die Teufelsberger", die glamouröse Biggy van Blond, die schwule Blaskapelle der Hauptstadt, jede Menge Gogos und Stripper sowie politische Prominenz. Da das Fest zwei Wochen vor den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus stattfindet ist dei Wahrscheinlichkeit recht groß, dass die eingeladenene Bundesgesundheitsministerin Fischer und der SDP-Bürgermeisterkandidat sich tatsächlich einfinden. Peter Polzer
Augen mit zehn Fingern"Baby Boy" – Tim Fischer im BKA und auf CD
Vor rund zehn Jahren erhob Zarah ohne Kleid zum ersten mal ihr Haupt gegen die Scheinwerfer und fing
an zu singen. Ein Rauschen ging durch den Blätterwald, vom Wunderkind war die Rede, wieder einmal.
Weil das Kind jahrhundertalte Augen hatte, weil das Wunder Dartpfeile mit seiner Zunge verschoss. Weil
Die Geister die er rief, ist der "Baby Boy" – so der Titel von Tim Fischers neuer, siebenter CD – inzwischen losgeworden. Zarah ist tot und bleibt es auch. Fischer braucht auf der Bühne keine Unterstützung mehr. Nur Thomas Dörschel am Flügel, gute Komponisten und Texter. Derer gibt es viele und Fischer nimmt sie alle, und zwar von vorn. Eisler, Hollaender, Weill, Lou Reed und kein anderer als Georg Kreisler, bestimmen das Repetoire das hier bearbeitet wird. Denn ein Lied nur an der Oberfläche anzukratzen, oder einfache Stimmakrobatik sind Tim Fischers Sache nicht. Das funktioniert immer dann besonders gut, wenn er Humor beweisen darf ("Erich", "Mütterlein", "Der fette Elvis"), wenn er sich mit sarkastischer Attitüde selbst illustriert ("Zu leise für mich", "Glücklich", "Lied der Nana") und geht manchmal auch mit großer Geste schief ("Perfect Day"). Aber wenigstens verläßt er sich nicht auf Reputation oder Fangemeinde, sondern wagt und verliert, riskiert und gewinnt mit jedem neuen Lied. Bei seinen Auftritten kommen zu all dem Talent und der Ausstrahlung noch zwei Dinge hinzu, die ihn von allen anderen unterscheiden: seine Hände. Ein zweites Paar Augen, die mit ein, zwei gezielten Gesten oder auch nur einem Zurückstreichen der berühmten Mähne Dinge sagen, für die sich keine Worte finden lassen, die er aber ausdrücken muss. Auch das Verstecken hinter Programmnamen scheint aufgegeben, das braucht er nicht mehr. "Tim Fischer – Das Konzert" ist Konzept genug, reicht ihm und den Fans wohl als Ankündigung, bekräftigt aber auch die Einzigartigkeit jedes einzelnen Abends, den er gibt. Paul Schulz
Das ewige "Cabaret"Georg Preuße ("Mary") im Musical "Cabaret"
Das Musical "Cabaret", basiert auf den Erinnerungen des Briten Chrisopher Isherwood, der von
1929 bis 1933 unter anderem in Schöneberg lebte. In seinem Buch "Goodbye to Berlin" beschreibt
Am 26. September versteigert Georg Preuße 48 Original-Kostüme seines 1995 verstorbenen Partners Gordy. Der Erlös ist - nach einem letzten Wunsch von Gordy - zu Gunsten eines Brutkastens auf der Säuglingsstation der der Uni-Klinik Dresden. Manuela Kay
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