|
|
Gegenpol Ausgabe April 2004
Kürzungen
Steht Gerede vor dem Aus?
In den zurückliegenden Monaten hat Gegenpol-sergej leider einige
Mal über Finanzkürzungen bei schwul-lesbischen Vereinen und anderen
Organisationen berichten müssen. In den Zeiten von leeren
Kassen und massiven Kürzungen an Sozialem und Kultur werden
Minderheiten rasch in den Hintergrund gedrängt. Nachdem nun
schon die Dresdner Gleichstellungsbeauftragten und ein großer
Teil vom Frauenzentrum *sowieso* ersatzlos dem Rotstift geopfert
wurden, steht nun möglicherweise der Gerede e.V. vor dem Aus.
Anfang März entschied der Jugendhilfeausschuß der Stadt Dresden
über Kürzungen bei Jugendhilfeeinrichtungen. Spezielle Träger der
freien Jugendhilfe, wie auch Gerede e.V., werden nach den Kürzungskriterien
nun nachrangig oder nicht mehr gefördert werden,
weil diese nicht die breite Masse der Jugendlichen erreichen. Für
Gerede könnte das bedeuten, daß der Verein ab 1. April 2004 keinerlei
finanzielle Förderung mehr erhält, weder für Miete, Sach- oder
Projektkosten, noch für die Personalstellen. Damit müssen kurzfristig
die Räume im Stadtteilhaus aufgegeben werden, selbst alle ehrenamtlichen
Projekte sind damit akut gefährdet.
Die Stadt gibt damit einen kompetenten und spezialisierten Kooperationspartner
für das breite Jugendhilfenetz Dresdens auf, und damit
auch die einzige noch in Ostsachsen existierende Anlaufstelle für lesbische,
schwule und transgender Jugendliche und deren Angehörige.
Mehr als 10.000 durch Aufklärungsprojekte erreichte Jugendliche
jeglicher sexuellen Orientierung und jährlich weit über 300 Beratungen
und 1000 Informationsgespräche zeigen deutlich, daß ein Verein
wie der Gerede e.V. auch weiterhin dringend gebraucht wird.
Gerede ruft deswegen alle Dresdner Bürger auf, sich für ein weltoffenes,
tolerantes und buntes Dresden einzusetzen.
Der Aufruf "Das Leben ist bunt" ist auf unserer Homepage unter
www.gegenpol.net zu finden.
Das Leben ist bunt!!! - Aufruf des Gerede e.V.
GP
|