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Gegenpol Ausgabe September 2004 Que(e)r durch Sachsen3. Regenbogentour der AG queer
Die AG queer hat sich dabei zur Aufgabe gestellt, Fragen von BürgerIinnen zur Lebensweisenpolitik zu beantworten und mit Vereinen, Gruppen und Initiativen vor Ort ins Gespräch zu kommen, um gemeinsam mehr für eine tolerante Gesellschaft erreichen zu können. Auf dem Programm stehen Diskussionsveranstaltungen, Lesungen, Filmnächte und auch Parties.
Die Tourroute und das komplette Programm ist auch im Gegenpol-Timer
und unter
Informationen zu den Veranstaltungen:Gleichstellung aller Lebensweisen - (Homo)-Ehe abschaffen! Seit einigen Jahren existiert das Gesetz zur Eingetragenen Lebenspartnerschaft (umgangssprachlich Homo-Ehe), dass es auch Lesben und Schwulen ermöglicht, ihre Partnerschaft rechtlich abzusichern. Dennoch hat sich gezeigt, dass nur wenige Lesben und Schwule bereit sind, ihre Partnerschaft eintragen zu lassen. Das liegt darin begründet, dass im Vergleich zur Ehe fast ausschließlich Pflichten und keine Rechte mit einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft verbunden sind. So wird das Einkommen der PartnerIn in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft auf eventuelle Sozialhilfeansprüche angerechnet, ein Anrecht auf Hinterbliebenenrente existiert dagegen nicht. Böse Zungen behaupten gar, dass die Eingetragene Lebenspartnerschaft als neues Sondergesetz Diskriminierungen verfestigt und anzeigt, dass Lesben und Schwule Menschen zweiter oder dritter Klasse sind. Warum wird schließlich kein Rechtsinstitut geschaffen, bei dem alle, die dies wollen (egal ob lesbisch, schwul, hetero) ihre Beziehungen eintragen lassen können, wenn sie wollen? Es findet eine Diskussionsrunde zur Thematik statt, bei der die derzeitige Diskriminierung durch die geltende Gesetzeslage thematisiert und alternative Ansätze erörtert werden sollen. Alle Interessierten, die sich schon immer mal über das Thema genauer informieren wollten oder mitdiskutieren möchten, sind recht herzlich eingeladen. Queer theory - ein Blick über den schwuLesBischen Tellerrand: Lesben, Schwule, Prostituierte, HIV-Infizierte, Schwarze... werden und wurden lange Zeit diskriminiert. Um auf diese Diskriminierung aufmerksam zu machen, fanden sie sich Anfang der 1990er Jahre in einer queer Bewegung zusammen und stritten aktiv und medienwirksam für ihre Rechte. Damit begann sich auch eine Theorie zu entwickeln, die sich für die Gleichberechtigung aller Menschen, egal welcher Hautfarbe, Herkunft, welchen Glaubens, welcher sexuellen Orientierung oder Lebensweise einsetzt. Bewegung und Theorie werden von Caren Lay (Kandidatin der PDS für den sächsischen Landtag) in einer Diskussionsrunde vorgestellt und alternative Ansätze der Lebensweisenpolitik aufgezeigt. Alle Interessierten sind dazu recht herzlich eingeladen! Wer diskriminiert hier wen?: Lesben und Schwule und Menschen mit einer anderen Lebensweise werden in der Gesellschaft vielfältig diskriminiert. Andererseits werden auch in lesbischen und schwulen Zusammenhängen Menschen diskriminiert, die nicht dem Schema der weißen, gut situierten Wohlstandsschwubbe oder -lesbe entsprechen. Brauchen wir die Herabwürdigung von Menschen, um uns selbst zu profilieren und selbst zu verwirklichen? In diesem Workshop soll der Frage nach den Ursachen von Diskriminierung nachgegangen werden und sollen Auswege aufgezeigt werden, wie Diskriminierungen wirkungsvoll abgebaut werden können. Hilft etwa ein Antidiskriminierungsgesetz? Lesung - Lutz van Dijk "Verdammt starke Liebe": Stefan, 16, verliebt sich in den nur wenig älteren Willi - und das mitten im Krieg. Nicht nur eine Liebe zwischen zwei jungen Männern, sondern auch zwischen einem polnischen Jungen, dessen Land besetzt ist, und einem jungen deutsch-österreichischen Soldaten, dem Feind. Monatelang gelingt es ihnen, ihre Liebe geheim zu halten. Dann schreibt Stefan einen Brief, der beiden zum Verhängnis wird... Der Roman dokumentiert auf einfühlsame Weise die Liebe zwischen zwei jungen Männern - auf drastische Art die Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialismus. Gerade vor dem Hintergrund erstarkender rechtsextremer Strukturen und Ideologien in der jetzigen Bundesrepublik Deutschland soll die Lesung aus "Verdammt starke Liebe" ein Achtungszeichen gegen menschenverachtende faschistische und neo-faschistische Ideologien sein. Mit einer Kranzniederlegung im KZ Lichtenburg am darauffolgenden Tag soll den ermordeten Homosexuellen im Nationalozialismus gedacht werden. |