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Gegenpol Ausgabe Mai 2005
Ausdauer gefragt!
Die lange Fassbinder Nacht
Rainer Werner Fassbinder wäre dieses Jahr 60 Jahre alt geworden.
Das Schauspiel Leipzig und CineStar ehren den Regisseur, Schauspieler
und Autor in einer langen Nacht mit Theater und Filmen.
Den Abend eröffnet die aktuelle Inszenierung "Die bitteren Tränen
der Petra von Kant", im Anschluß daran werden zwei frühe Filme
von Fassbinder gezeigt.
Susanne Stein spielt Petra von Kant, eine Erfolgsfrau aus der Modebranche,
deren große Liebe zu der jüngeren Karin hoffnungslos
scheitert. Nach der Vorstellung wird der Filmprojektor in Gang gesetzt.
"Liebe ist kälter als der Tod" entstand 1969 und war Fassbinders
erster Spielfilm. Seinen Gangsterfiguren fehlt Souveränität,
aber die Sehnsucht nach dem Glamour des großen Kinos ist
spürbar. Nur ein Jahr später drehte Fassbinder "Warnung vor einer
heiligen Nutte". Der Film handelt zwar von Dreharbeiten, aber das
eigentliche Thema ist das Scheitern der Idee einer Künstlerkommune.
Fassbinder und seine antiteater-Gruppe spielen sich selbst,
entlarven ihre erotischen Beziehungen und Abhängigkeiten. So
verarbeitete Fassbinder seine persönlichen Erfahrungen und begrub
seinen Traum vom Theater.
"Alles was ich mache hat auch mit mir selbst zu tun." Mit jedem
seiner Filme hat Rainer Werner Fassbinder radikal und subjektiv
Stellung bezogen. Seine Filme lassen sich lesen als ein überaus
persönliches Tagebuch, in dem sich trotzdem – oder vielleicht gerade
deshalb – deutsche Gegenwartsgeschichte abbildet.
sfx
Schauspiel Leipzig und CineStar
Die lange Fassbinder Nacht
13. Mai 2005, 20 Uhr
Neue Szene, Gottschedstraße 16, Leipzig
Eintritt 20 EUR (Vorstellung + 2 Filme)
Vorverkauf auch im Kino: CineStar Leipzig, Petersstraße
www.schauspiel-leipzig.de
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