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Gegenpol Ausgabe Januar 2006
Mein Kind ist anders
Beratung für Eltern Homosexueller
Man selbst verarbeitet seine eigene homosexuelle Erkenntnis oft über eine lange Zeit. Dagegen wirkt
ein Coming Out auf das persönliche Umfeld überraschend und unvorbereitet. Vor allem Eltern wissen oft
nicht, wie sie damit umgehen sollen. Da brechen Wunschvorstellungen wie ein Kartenhaus zusammen, wenn
es zum Beispiel heißt, daß der Sohn keine Schwiegertochter nach Hause bringt, oder daß keine Enkelkinder
zu erwarten sind. Aber auch Sorgen über die Zukunft oder die Gesundheit des Kindes bestimmen das Verhalten.
Auch Eltern müssen das Coming Out ihrer Kinder verarbeiten. Aufgrund fehlender Erfahrung mit der
Materie sind entsprechende Anlaufstellen für Rat und Hilfe eine sinnvolle Unterstützung. Diese werden
meist von gleichgesinnten Personen, welche ähnliche Situationen schon durchgemacht haben, organisiert.
In Dresden gibt es beim Gerede e.V. eine spezielle Elterngruppe, die sich
einmal monatlich trifft, um sich gegenseitig zu helfen und um Erfahrungen auszutauschen. Da ratsuchende
Eltern oder Angehörige nach dem Coming Out ihrer Kinder oft noch Berührungsängste haben, in einer
Gruppe aufzutreten, hat sich eine Telefonberatung bewährt. Unter der Nummer 0351-8302369 ist die
Gruppe jeweils von 6 bis 24 Uhr telefonisch erreichbar. Darüber hinaus gibt es das Angebot, private
Gespräche in entspannter Atmosphäre wahrzunehmen.
Über den Verein erhält die Gruppe Schulungen, Infomaterialien und die Möglichkeit an den jährlichen
Kongressen des "Bundesverband der Eltern, Freunde und Angehörige Homosexueller" teilzunehmen. Über
diesen Weg ist die Gruppe auch für die Beratung bei Transidentität zertifiziert.
Nicht zuletzt informiert die Elterngruppe über Veranstaltungen und Vorträge, beispielsweise den
alljährlichen Christopher Street Day in Dresden, wo man mit einem Stand regelmäßig selbst vertreten
ist.
sfx
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