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blu im Osten Ausgabe Juli 2009 Ja, ich will!Das war der CSD in Dresden
Obwohl traditionelle Party-Trucks fehlten, gab es neben zahlreichen Vereinen und Parteien viele neue Repräsentanten, z.B. den Online-Sexshop "Dildoking" mit einem Truck. Alles, was Rang und Namen hatte, war mit Informations-Ständen oder Promotion-Teams vertreten und sogar vor dem Kulturpalast waren wieder Regenbogenfahnen gehisst. "Willst Du meine Frau werden?", fragte auf der Dresdner CSD-Bühne ein Mädchen seine Freundin - sie wollte. Seit dem New Yorker "Stonewall-Aufstand" 1969 erkämpfen engagierte Menschen laut und bunt jedes Jahr auch all denen ihre Rechte, die zu Hause bleiben und ihre Freiheit für selbstverständlich halten, und haben erneut gezeigt, dass wir eine große Gemeinschaft von Individuen sind, die friedlich, aber konsequent für Gleichberechtigung und gegen Unterdrückung eintritt.
Klischees bleiben aber nur so lange am Leben, wie wir ihnen Nahrung geben und das hat sich einmal mehr am CSD-Abend gezeigt, als zeitgleich zur CSD-Abschluss-Party mit den Szenegrößen Regino (Black), Miss Claire Rasil (Disco) und DJ Atimo (Electro) die Indie-Party "queerbeats" stattfand, für alle, die nicht im "Mainstream" mitschwimmen wollten - homosexuell heißt eben nicht homogen, aber gerade auf diese Vielfalt können wir stolz sein - Einigkeit in der Verschiedenheit. Als sich im Hauptbahnhof zwei Freunde von einander verabschiedeten, rief eine Frau: "So was! Da haben sich zwei Männer geküsst!" - und das dürfen sie auch. Sie waren nicht die einzigen und nicht nur an diesem Tag und in dieser Stadt. Deshalb werden wir auch zum nächsten CSD und an den restlichen 364 Tagen des Jahres unser Leben leben - das sollten wir, das werden wir und das müssen wir. mb |